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Germany Garden & DIY Weekly Brief | 20. April 2026

Hongmao Garden Marketing Department

20 Apr 2026

Die aktuelle Krise im DIY-Handel zeigt nicht nur Schwächen auf – sie macht auch sichtbar, welche Marktteilnehmer künftig mit projektorientierten Lösungen, klarer Positionierung und stabilerer Margenlogik gewinnen können.

Der deutsche DIY- und Gartenmarkt steht derzeit nicht einfach nur unter Druck – er wird strukturell neu sortiert. Genau das zeigen die beiden wichtigsten Signale dieser Woche besonders deutlich. Auf der Handelsseite verdichten sich die Hinweise, dass klassische Baumarktmodelle mit austauschbarem Sortiment, hohen Standortkosten und schwacher digitaler Anbindung zunehmend an Grenzen stoßen. Auf der Industrieseite wächst gleichzeitig der Druck durch steigende Kosten bei Rohstoffen, Energie und Logistik. Der Punkt ist jedoch nicht, dass der Markt nur schwieriger wird. Der wichtigere Punkt ist: Er unterscheidet künftig stärker zwischen austauschbaren Anbietern und echten Problemlösern.


Das Beispiel der Hagebaumarkt Mülheim an der Ruhr GmbH macht diese Entwicklung greifbar. Für die beiden Standorte in Mülheim und Ratingen wurde ein Insolvenzantrag gestellt; der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter. Nach Darstellung von BaumarktManager trifft die anhaltende Krise der Baumärkte zunehmend auch mittelständische Betreiber. Im Zentrum der Diskussion stehen dabei strukturell hohe Standortkosten, eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher sowie der Wegfall wichtiger Nachfrageimpulse nach dem Ende des Pandemie-bedingten DIY-Booms. Hinzu kommt laut der Analyse von Philipp Hoog, dass vor allem große, wenig profilierte Standorte ohne besondere Aufenthalts- oder Projektqualität unter Druck geraten und Versäumnisse bei Digitalisierung und Flächenmodernisierung nun sichtbar werden.


Für den Markt ist das eine wichtige Botschaft. Die Krise zeigt nicht nur, dass Umsätze fehlen. Sie zeigt vor allem, dass ein rein warenorientiertes Handelsmodell an Überzeugungskraft verliert. Wer heute nur Regale füllt, aber keine Orientierung bietet, wird leichter austauschbar – gegenüber Discountern, spezialisierten Formaten und Plattformen. Das strukturelle Problem liegt daher weniger in einer einzelnen schwachen Saison als in der sinkenden Relevanz eines Handelsangebots, das weder digital noch im Store genug zusätzlichen Kundennutzen erzeugt. Diese Lesart wird auch dadurch gestützt, dass BaumarktManager von einer wachsenden Insolvenzwelle im Baumarktumfeld berichtet und bereits 2024 weitere wirtschaftlich bedingte Schließungen bei Hagebau-Standorten dokumentierte.


Gerade hier beginnt aber auch die Chance. Denn dieselbe Analyse zeigt zugleich, wohin sich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln müssen: weg von der bloßen Warenpräsentation und hin zur Projektorientierung. Philipp Hoog nennt als zentrale Hebel eine stärkere Spezialisierung, besseren Support für Renovierungs-, Modernisierungs- und Umbauprojekte, die engere Verzahnung von stationären, digitalen und Service-Bausteinen sowie eine konsequente Überprüfung des Standortportfolios. Das ist mehr als eine Sanierungsempfehlung für einzelne Märkte. Es ist eine Blaupause dafür, wie sich der DIY-Handel insgesamt neu definieren muss.


Für Hersteller und Lieferanten im Garten- und Outdoor-Bereich ist das hochrelevant. Wenn der Handel sich künftig stärker über Projektbegleitung, klare Anwendungsszenarien und Beratungskompetenz differenzieren muss, gewinnen Produkte mit eindeutigem Nutzwert an Bedeutung. Dann geht es weniger darum, ob ein Artikel nur „im Regal vorhanden“ ist, sondern ob er sich als Teil einer überzeugenden Lösung erzählen lässt. Genau in diesem Umfeld werden funktionale Outdoor-Produkte wichtiger: Lösungen für Aufbewahrung, Schutz, Organisation und Flächenoptimierung lassen sich deutlich besser in projektbezogene Kundengeschichten einbetten als austauschbare Standardware. Diese Schlussfolgerung ist eine Marktinterpretation auf Basis der genannten Entwicklungen.


Parallel dazu verschiebt sich auf Industrieseite die Logik profitabler Sortimente. Der Herstellerverband Haus & Garten beschreibt in seiner aktuellen Umfrage ein insgesamt sehr angespanntes Bild für die kurz- und mittelfristige Kostenentwicklung in der DIY-Branche. Rund zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen berichten laut HHG von deutlichen bis starken Produktkostensteigerungen im Bereich Materialien und Rohstoffe von 10 bis 20 Prozent. Bei Fracht- und Logistikkosten werden ähnliche Größenordnungen genannt. Auch die Energieausgaben steigen vielfach, überwiegend im einstelligen, teils aber bereits im zweistelligen Prozentbereich. Gleichzeitig verweist der Verband auf erhebliche Preissprünge bei einzelnen Rohstoffen, darunter Aluminium sowie gängige Kunststoffe wie Polypropylen, Polyethylen und Polystyrol, die teils um 30 bis 50 Prozent teurer geworden seien. Bei einzelnen Spezialmaterialien werden noch deutlich stärkere Ausschläge gemeldet.


Die Versorgungslage wird derzeit zwar überwiegend noch als stabil eingeschätzt, doch der Ausblick für die kommenden Monate fällt vorsichtiger aus. HHG berichtet, dass immer mehr Unternehmen mit spürbaren Einschränkungen rechnen und einige Firmen bereits schwere Engpässe erwarten – abhängig vom weiteren geopolitischen Verlauf sowie von den Entwicklungen auf Energie- und Transportmärkten. Für den Markt ist genau das der entscheidende Punkt: Die größte Herausforderung liegt nicht allein in steigenden Kosten, sondern in der wachsenden Planungsunsicherheit. Wer nur auf den günstigsten Einkauf schaut, wird in einem solchen Umfeld schneller unter Druck geraten als Unternehmen, die Materialeinsatz, Produktstruktur und Margenlogik aktiv steuern.


Aus CEO-Sicht ergibt sich daraus eine sehr klare Schlussfolgerung: Der Markt trennt sich zunehmend von Produkten und Geschäftsmodellen, die nur über Preis funktionieren. Wenn Handel und Industrie gleichzeitig unter Druck stehen, steigt der Wert von Angeboten, die sich besser erklären, sauberer positionieren und stabiler kalkulieren lassen. Für Kunden bedeutet das nicht, dass sie pauschal teurer einkaufen müssen. Es bedeutet vielmehr, dass sie genauer prüfen sollten, welche Produkte auch unter volatilen Kostenbedingungen noch gesunde Margen, verlässliche Lieferfähigkeit und überzeugende Verkaufsargumente mitbringen. Diese Schlussfolgerung ist eine betriebswirtschaftliche Einordnung auf Basis der berichteten Kosten- und Handelsentwicklungen.


Genau hier entsteht die eigentliche Marktchance. Wenn klassische DIY-Flächen sich stärker als Projektpartner neu aufstellen müssen und gleichzeitig die Kostenbasis austauschbarer Standardprodukte steigt, werden differenzierte Lösungen attraktiver. Produkte mit klarem Anwendungsszenario, sichtbarem Mehrwert und besserer Funktionstiefe können in einem solchen Umfeld nicht nur leichter verkauft, sondern oft auch gesünder kalkuliert werden. Für Hongmao Garden liegt darin ein besonders relevantes Signal. In Kategorien wie Paketboxen, Mülltonnenboxen, Hochbeeten, Aufbewahrungslösungen oder anderen funktionalen Outdoor-Produkten entscheidet künftig nicht nur der Basisbedarf, sondern zunehmend die Frage, wie gut sich ein Produkt in eine echte Nutzungssituation und in ein profitables Sortiment einfügt. Diese Bewertung ist eine strategische Ableitung aus den oben genannten Branchensignalen.


Mit anderen Worten: Die aktuelle Krise im DIY-Markt sollte nicht nur als Warnsignal gelesen werden. Sie ist auch ein Selektionsprozess. Sie belohnt jene Unternehmen, die wegkommen von austauschbarer Fläche, austauschbarer Ware und austauschbarer Argumentation. Künftig stärker werden vor allem jene Anbieter sein, die Kunden bei konkreten Projekten unterstützen, Sortimente sauberer strukturieren, digitale und stationäre Berührungspunkte besser verzahnen und Produkte anbieten, die unter realen Kostenbedingungen noch überzeugend funktionieren. Genau darin liegt auch für Handelspartner die Chance, ihre nächsten Wachstumsfelder früher zu erkennen – und gesünder zu besetzen.


Aus Sicht von Hongmao Garden lautet die wichtigste Erkenntnis dieser Woche daher nicht: „Der Markt wird schwieriger.“ Die wichtigere Erkenntnis lautet: Der Markt wird klarer. Er zeigt immer deutlicher, welche Produkte, welche Formate und welche Partnerschaften in Zukunft wirklich Bestand haben. Wer heute auf lösungsorientierte Produkte, klare Positionierung und robustere Margenmodelle setzt, verbessert nicht nur seine Widerstandsfähigkeit – sondern auch seine Chance, in der nächsten Marktphase profitabler zu wachsen. Diese Schlussfolgerung ist unsere strategische Einordnung der aktuellen Branchensignale.

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