🏢 Büro: Suzhou, Jiangsu | 🏭 Fabrik: Taizhou / Suzhou, China

Hongmao Garden Marketing Department
20. Juli 2026
Europaweite Lieferketten werden derzeit gleichzeitig durch regulatorische Änderungen, wetterbedingte Transportbeschränkungen und steigende industrielle Logistikkosten beeinflusst.
In dieser Woche stehen drei Entwicklungen besonders im Fokus: Die Europäische Kommission hat den Produktumfang und bestimmte Anwendungsregeln der EU-Entwaldungsverordnung präzisiert. Gleichzeitig schränkt das Niedrigwasser am Rhein die Transportkapazität der Binnenschifffahrt ein. Die Auswirkungen reichen inzwischen bis in die deutsche Stahlproduktion.
Darüber hinaus beginnt bei Hongmao Garden eine wichtige interne Veränderung: Unser Hauptsitz in Suzhou zieht schrittweise direkt an den Produktionsstandort.
1. EU präzisiert den Produktumfang und die Verpackungsregeln der EUDR
Die Europäische Kommission hat am 13. Juli zwei ergänzende Maßnahmen zur EU-Entwaldungsverordnung, kurz EUDR, beschlossen.
Ein delegierter Rechtsakt aktualisiert die Produktliste in Anhang I der Verordnung. Ein zusätzlicher Durchführungsrechtsakt konkretisiert die Regeln für Sorgfaltserklärungen, vereinfachte Erklärungen und deren Verarbeitung im EUDR-Informationssystem.
Welche Produkte werden aus dem Anwendungsbereich entfernt?
Nach der Aktualisierung sollen unter anderem folgende Waren nicht mehr unter die EUDR fallen:
Rinderhäute und Lederprodukte aus Rinderhaut
Runderneuerte Reifen
Sojabohnen zur Aussaat
Bestimmte Waren aus vulkanisiertem Kautschuk
Förder- und Antriebsriemen
Sitze für Flugzeuge und Kraftfahrzeuge
Die geplante Herausnahme von Leder und runderneuerten Reifen war bereits zuvor im Rahmen der Überprüfung der Verordnung angekündigt worden.
Welche Produkte werden neu aufgenommen?
Neu in den Anwendungsbereich aufgenommen werden sollen:
Löslicher beziehungsweise Instantkaffee
Bestimmte Palmölderivate
Gefrorene Rinderzungen
Für diese neu aufgenommenen Produkte ist eine Anwendung ab dem 30. Dezember 2027 vorgesehen.
Zusätzlich werden gezielte Ausnahmen oder Abgrenzungen für bestimmte Warenkategorien präzisiert. Dazu gehören unter anderem:
Handelsmuster
Produkte für Prüf-, Analyse- oder Testzwecke
Abfälle
Gebrauchtwaren
Bestimmte Verpackungsmaterialien
Bestimmte Erzeugnisse für die pharmazeutische Produktion
Der delegierte Rechtsakt muss noch vom Europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Union geprüft werden. Deshalb sollte derzeit nicht davon gesprochen werden, dass sämtliche Änderungen bereits endgültig in Kraft getreten sind.
Was bedeutet die Klarstellung für Verpackungen?
Für Importeure ist besonders wichtig, die Verpackungsregel richtig zu verstehen.
Die Aktualisierung verlangt nicht, dass Unternehmen automatisch:
stärkere Kartons verwenden,
die Verpackungskonstruktion ändern,
Papier durch andere Materialien ersetzen,
oder zusätzliche Verpackungskomponenten einbauen.
Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob eine Verpackung lediglich zum Schutz und Transport einer Ware verwendet wird oder selbst als eigenständige Ware auf den EU-Markt gelangt.
Ein Karton, der ausschließlich dazu dient, ein Gartenprodukt während Transport und Verkauf zu schützen, ist daher anders zu bewerten als Verpackungsmaterial, das separat importiert, gehandelt oder verkauft wird.
Für Unternehmen empfiehlt es sich, folgende Punkte getrennt zu prüfen:
Ist das Material ausschließlich eine Transport- oder Verkaufsverpackung?
Wird die Verpackung separat als eigenständiges Produkt gehandelt?
Enthält das eigentliche Produkt Holz, Naturkautschuk oder andere EUDR-relevante Bestandteile?
Ist die konkrete Zolltarifnummer in Anhang I der EUDR aufgeführt?
Wird das Produkt als Muster, Testware, Gebrauchtware oder Abfall eingeführt?
Bedeutung für Metall- und Gartenprodukte
Metallische Gartenprodukte wie Mülltonnenboxen, Auflagenboxen, Fahrradgaragen oder Metallschränke werden durch diese Änderung nicht automatisch zu EUDR-Produkten.
Dennoch können einzelne Bestandteile oder Begleitmaterialien relevant sein, beispielsweise:
Holzverkleidungen,
Holzelemente innerhalb des Produkts,
Naturkautschukkomponenten,
separat eingeführte Holzpaletten,
oder eigenständig gehandelte Verpackungsmaterialien.
Die richtige Frage lautet daher nicht nur:
„Verwenden wir Karton oder Holz?“
Entscheidend ist vielmehr:
„Welche Funktion hat dieses Material innerhalb der konkreten Transaktion und unter welcher Zolltarifnummer wird es eingeführt?“
2. Niedrigwasser am Rhein begrenzt die deutsche Transportkapazität
In der vergangenen Woche sind die Wasserstände am Rhein deutlich gefallen.
Frachtschiffe können weiterhin verkehren, müssen ihre Beladung jedoch reduzieren, damit ihr Tiefgang geringer bleibt und sie nicht auf Grund laufen.
Für die gleiche Warenmenge werden dadurch mehr Schiffe benötigt. Dies erhöht die Kosten pro transportierter Tonne und kann die verfügbaren Transportkapazitäten zusätzlich belasten.
Nach Angaben aus dem Duisburger Hafen führt Niedrigwasser teilweise sogar zu einem höheren Schiffsaufkommen, da mehr Fahrten erforderlich sind, um dieselbe Gütermenge zu bewegen. Gleichzeitig wurden einzelne Fährverbindungen wegen der niedrigen Wasserstände bereits eingestellt.
Warum ist der Pegel Kaub wichtig?
Kaub am Mittelrhein gehört zu den wichtigsten Messstellen für die deutsche Binnenschifffahrt.
Der Wasserstand an diesem Abschnitt beeinflusst, wie tief ein Frachtschiff im Wasser liegen darf und damit, wie viel Ladung es aufnehmen kann.
Ein niedriger Pegel bedeutet nicht automatisch, dass die Schifffahrt vollständig eingestellt wird. Er reduziert jedoch die wirtschaftlich nutzbare Ladekapazität.
Die zuständigen Wasserstraßenbehörden rechnen zwar mit kurzfristigen Schwankungen und zeitweisen Anstiegen. Eine nachhaltige Entspannung ist jedoch erst zu erwarten, wenn in größeren Teilen des Rheineinzugsgebiets über einen längeren Zeitraum ausreichend Regen fällt.
Mögliche Folgen für europäische Lieferketten
Der Rhein ist eine zentrale Verkehrsachse für:
Eisenerz und Kohle,
Stahl und Metalle,
Chemikalien,
Kraftstoffe,
Baustoffe,
Container,
sowie weitere industrielle Massengüter.
Bei anhaltendem Niedrigwasser können mehrere Kostenfaktoren gleichzeitig entstehen:
geringere Ladung je Schiff,
mehr notwendige Schiffseinsätze,
Niedrigwasserzuschläge,
zusätzliche Lager- und Umschlagkosten,
Ausweichtransporte über Straße oder Schiene,
sowie längere oder weniger planbare Lieferzeiten.
Für europäische Importeure bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass bereits jede Lieferung verspätet eintreffen wird.
Die aktuelle Lage zeigt jedoch, dass Lieferkettenplanung nicht mit der Ankunft eines Containers im europäischen Seehafen endet. Auch die anschließende Hafen-, Bahn-, Straßen- und Binnenschiffslogistik kann zu einem entscheidenden Faktor werden.
3. Thyssenkrupp Steel reduziert vorsorglich die Produktion
Die Folgen des Niedrigwassers sind inzwischen nicht mehr nur im Transportsektor sichtbar.
Thyssenkrupp Steel Europe hat bestätigt, dass die Versorgung des Duisburger Stahlwerks mit Rohstoffen wie Eisenerz und Kohle durch die niedrigen Rheinpegel beeinträchtigt wird.
Das Unternehmen hat deshalb:
die eigene Schubschifffahrt vorübergehend eingestellt,
externe Schiffe mit geringerem Tiefgang angemietet,
die Rohstoffversorgung und Logistik angepasst,
und die Hochofenproduktion vorsorglich leicht reduziert.
Nach Angaben des Unternehmens ist die Versorgung der Kunden bislang nicht gefährdet. Die Nutzung zusätzlicher externer Schiffe führt jedoch zu höheren Logistikkosten. Eine interne Taskforce beobachtet die weitere Entwicklung.
Was bedeutet das für den Stahlmarkt?
Die vorsorgliche Produktionsreduzierung eines einzelnen Herstellers bedeutet nicht automatisch, dass die europäischen Stahlpreise kurzfristig stark steigen werden.
Sie ist jedoch ein relevantes Frühwarnsignal.
Das Ereignis zeigt, wie schnell eine wetterbedingte Einschränkung der Binnenschifffahrt auf industrielle Produktionsprozesse übergreifen kann.
Sollte das Niedrigwasser länger anhalten oder weitere Werke und Rohstofflieferanten betreffen, könnten sich Risiken ergeben bei:
der Versorgung von Stahlwerken mit Eisenerz und Kohle,
den europäischen Transportkosten für Stahl,
den Lieferzeiten von Servicecentern,
der regionalen Materialverfügbarkeit,
und der Planung von Herbst- und Winterbeständen.
Für Einkäufer von Metallprodukten ist deshalb nicht nur der aktuelle Stahlpreis relevant. Ebenso wichtig sind Rohstoffversorgung, Transportkosten, Bestände und verfügbare Produktionskapazitäten.
Eine seriöse Einkaufsplanung sollte diese Faktoren beobachten, ohne aus einer kurzfristigen Produktionsanpassung bereits eine sichere Preisentwicklung abzuleiten.
4. Hongmao Garden: Der Hauptsitz zieht näher an die Produktion
Ab dieser Woche beginnt Hongmao Garden mit dem schrittweisen Umzug des Suzhou-Hauptsitzes direkt an unseren Produktionsstandort.
Diese Veränderung betrifft nicht nur die Büroflächen.
Durch die räumliche Zusammenführung von Vertrieb, Produktentwicklung, Einkauf, Engineering, Qualitätskontrolle und Produktion können Kundenanforderungen schneller geprüft und direkt mit den zuständigen Teams abgestimmt werden.
Welche Vorteile entstehen für unsere Kunden?
Die engere Zusammenarbeit am Produktionsstandort soll insbesondere folgende Bereiche verbessern:
schnellere technische Rückmeldungen,
effizientere Produktentwicklung,
kürzere Abstimmungswege bei Mustern,
frühere Erkennung potenzieller Produktionsprobleme,
schnellere Bearbeitung von Qualitätsfragen,
transparentere Kommunikation zum Produktionsstatus,
und ein besseres Verständnis der Fertigungsdetails im Vertriebsteam.
Bei neuen Produkten können Konstruktion, Material, Verpackung und Montage direkt mit den verantwortlichen Abteilungen besprochen werden.
Bei laufenden Aufträgen können Fragen zum Produktionsfortschritt oder zur Qualitätskontrolle schneller am tatsächlichen Fertigungsort überprüft werden.
Nähe zur Produktion wird zu einem Wettbewerbsfaktor
Europäische Kunden stehen zunehmend vor einer Kombination aus:
neuen Compliance-Anforderungen,
schwankenden Transportbedingungen,
steigenden Logistikkosten,
kürzeren Produktzyklen,
und höheren Erwartungen an Qualität und Dokumentation.
In diesem Umfeld reicht es nicht mehr aus, nur einen wettbewerbsfähigen Produktpreis anzubieten.
Entscheidend ist, wie schnell ein Lieferant Informationen bereitstellen, technische Fragen klären und auf Veränderungen in Produktion oder Lieferkette reagieren kann.
Mit dem Umzug unseres Hauptsitzes an den Produktionsstandort möchten wir die Verbindung zwischen Kundenkommunikation und tatsächlicher Fertigung weiter stärken.
Fazit
Die Entwicklungen dieser Woche stammen aus unterschiedlichen Bereichen:
Die EUDR verändert regulatorische Abgrenzungen.
Das Niedrigwasser am Rhein verringert die Transportleistung.
Die eingeschränkte Rohstofflogistik beeinflusst die deutsche Stahlproduktion.
Hongmao Garden verkürzt gleichzeitig die internen Wege zwischen Kundenbetreuung und Fertigung.
Gemeinsam zeigen diese Entwicklungen, dass moderne Lieferketten nicht mehr nur über Preis und Produktionszeit bewertet werden können.
Materialtransparenz, Compliance, flexible Logistik, direkte Kommunikation und Nähe zur Produktion werden zunehmend zu entscheidenden Faktoren für eine stabile Zusammenarbeit.
Hongmao Garden wird die Entwicklungen rund um EUDR, europäische Logistik und die Metalllieferkette weiterhin beobachten und relevante Veränderungen regelmäßig mit unseren Kunden und Partnern teilen.
