top of page

Weekly News KW 32: Sinkende Frachtraten, Amazon AWD und PPWR – drei Entscheidungen für europäische Händler

Hongmao Garden Marketing Department

3. Aug. 2026

Asien–Europa-Frachtraten sinken, Amazon startet AWD in Europa und die PPWR wird anwendbar. Drei wichtige Entscheidungen für Händler und Importeure.

Europäische Händler und Importeure erhalten derzeit neue Möglichkeiten, Transport- und Lagerkosten zu optimieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verpackungsdaten, Verantwortlichkeiten und Lieferplanung.


Drei Entwicklungen sind in dieser Woche besonders relevant:

  • Die Frachtraten zwischen Asien und Europa sinken zum dritten Mal in Folge.

  • Amazon führt sein AWD-Lagernetzwerk in fünf europäischen Märkten ein.

  • Die EU-Verpackungsverordnung PPWR wird ab dem 12. August 2026 allgemein anwendbar.


Für Garten-, DIY- und Home-Improvement-Produkte ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: Kosten neu berechnen, Lagerstrategien überprüfen und Verpackungsunterlagen vervollständigen.


1. Asien–Europa-Frachtraten sinken weiter

Der Drewry World Container Index ging in der Woche zum 30. Juli um 3 Prozent auf 4.255 US-Dollar je 40-Fuß-Container zurück. Es war der dritte wöchentliche Rückgang in Folge.

Drewry World Container Index (US$/40ft)
Drewry World Container Index (US$/40ft)

Die Spotrate von Shanghai nach Rotterdam sank ebenfalls um 3 Prozent auf 4.677 US-Dollar je 40-Fuß-Container. Auf der Strecke Shanghai–Genua fiel die Rate um 6 Prozent auf 5.630 US-Dollar. Gleichzeitig steuern Reedereien das verfügbare Angebot weiterhin durch Blank Sailings und Änderungen ihrer Dienste.


Die Entwicklung bietet Importeuren ein günstigeres Zeitfenster für neue Kalkulationen. Sie ist jedoch kein verlässliches Signal dafür, dass die Preise dauerhaft weiter sinken werden. Mehrere Reedereien haben aufgrund geopolitischer Risiken und höherer Energiekosten außerdem Emergency Fuel Surcharges ab August angekündigt.


Bedeutung für großvolumige Gartenprodukte

Bei Mülltonnenboxen, Fahrradgaragen, großen Gartenschränken und Gerätehäusern ist die Stückzahl je Container begrenzt. Deshalb kann bereits eine moderate Veränderung der Seefracht den Einstandspreis pro Produkt beeinflussen.


Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch nicht nur von der Seefrachtrate ab. Hinzu kommen:

  • mögliche Treibstoff- und Niedrigwasserzuschläge,

  • Hafen- und Terminalkosten,

  • deutsche Inlandtransporte,

  • Containerbeladung und Verpackungsvolumen,

  • sowie das Risiko einer späteren Abfahrt durch Blank Sailings.


Unsere Einschätzung: Jetzt ist ein sinnvoller Zeitpunkt, CIF- und Lagerkosten neu zu berechnen. Für Aufträge mit einem festen Marktstart sollte die Hoffnung auf weitere Preisrückgänge jedoch nicht wichtiger sein als ein verlässlicher Schiffsplatz.


2. Amazon bringt AWD ab dem 20. August nach Europa

Amazon hat angekündigt, Amazon Warehousing and Distribution, kurz AWD, ab dem 20. August 2026 in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und dem Vereinigten Königreich einzuführen.


AWD bietet langfristige Lagerung von Großbeständen in Amazon-Verteilzentren. Das System kann den FBA-Bestand automatisch auffüllen und soll dadurch manuelle Nachlieferungen sowie das Risiko von Fehlbeständen reduzieren. Amazon nennt außerdem feste Lagerraten und zusätzliche Kapazität außerhalb der üblichen FBA-Grenzen als zentrale Vorteile.


Für Amazon-Händler entsteht damit eine zusätzliche Stufe zwischen Importlager und FBA-Fulfilment-Center.


Für welche Produkte könnte AWD interessant sein?


Besonders relevant könnte AWD für Produkte mit planbarem Absatz und standardisierten Versandabmessungen sein, beispielsweise:

  • Paketboxen,

  • Briefkästen,

  • kleinere Aufbewahrungsprodukte,

  • bestimmte Hochbeet- oder Pflanzsysteme,

  • Ersatzteile und Zubehör.


Bei sehr großen Metallprodukten muss die Wirtschaftlichkeit separat geprüft werden. Mülltonnenboxen, Fahrradgaragen und große Schränke benötigen viel Lagerfläche und weisen häufig besondere Größen- oder Gewichtsmerkmale auf.


Ob AWD hier gegenüber einem europäischen Drittanbieter-Lager günstiger ist, hängt unter anderem ab von:

  • Produktzulässigkeit und Abmessungsgrenzen,

  • Lager- und Umlagerungskosten,

  • Umschlagshäufigkeit,

  • saisonalem Absatz,

  • FBA-Nachschubbedarf,

  • und möglichen steuerlichen Folgen der Lagerung in mehreren Ländern.


Diese Bewertung ist eine geschäftliche Schlussfolgerung aus dem AWD-Modell; die endgültige Entscheidung sollte auf den konkreten europäischen Gebühren und Teilnahmebedingungen basieren.


Unsere Einschätzung: AWD kann die Bestandsplanung vereinfachen, ist aber nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung für jedes SKU. Händler sollten AWD, FBA und bestehende Drittanbieter-Lager anhand der tatsächlichen Kosten pro Kubikmeter und verkauftem Produkt vergleichen.


3. PPWR wird ab dem 12. August allgemein anwendbar

Die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle, PPWR, trat am 11. Februar 2025 in Kraft und wird ab dem 12. August 2026 allgemein anwendbar.


Sie betrifft Verpackungen aller Materialien und Herkunftsarten. Die Verordnung umfasst unter anderem Anforderungen an Materialzusammensetzung, Verpackungsminimierung, Recyclingfähigkeit, Wiederverwendung und den Umgang mit Verpackungsabfällen.


Der 12. August bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche Kennzeichnungs-, Recyclinganteils- und Wiederverwendungsanforderungen am selben Tag vollständig umgesetzt werden müssen. Mehrere Verpflichtungen haben eigene Übergangsfristen oder benötigen weitere Durchführungsakte.


Ebenso sollte PPWR nicht mit einer einzigen, EU-weit identischen EPR-Registrierung gleichgesetzt werden. Unternehmen müssen weiterhin prüfen, in welchen Mitgliedstaaten ihre Verpackungen zu Abfall werden und welche nationalen Registrierungs-, Melde- und Gebührenpflichten dort gelten.


Was Unternehmen jetzt überprüfen sollten

Für Händler und Importeure ist jetzt vor allem eine vollständige Verpackungsübersicht wichtig:

  • Welche Verpackungsmaterialien werden für jedes SKU verwendet?

  • Wie hoch sind die Gewichte von Karton, Kunststoff, EPE, Klebeband und Holz?

  • Können Materialien und Lieferanten zurückverfolgt werden?

  • Gibt es unnötigen Leerraum oder vermeidbare Verpackungskomponenten?

  • Liegen Angaben zu Schwermetallen und eingeschränkten Stoffen vor?

  • Wer trägt in jedem Verkaufsland die EPR-Verantwortung?

  • Welche Kennzeichnungsanforderungen gelten sofort und welche erst später?


Bei E-Commerce-Produkten ist außerdem zu berücksichtigen, dass die PPWR Onlinehandelsverpackungen ausdrücklich als eigene Verpackungsfunktion erfasst.


Unsere Einschätzung: Unternehmen müssen nicht automatisch am 12. August ihre gesamte Verpackung neu gestalten. Sie sollten aber in der Lage sein, Material, Gewicht, Lieferant und Verantwortung jeder Verpackung nachvollziehbar zu dokumentieren.


Drei Entwicklungen, eine gemeinsame Entscheidung

Sinkende Frachtraten, neue Amazon-Lageroptionen und die Anwendung der PPWR wirken auf unterschiedliche Bereiche der Lieferkette. Für europäische Händler hängen sie dennoch eng zusammen.


Ein niedrigerer Seefrachtpreis ist nur dann wertvoll, wenn die Ware rechtzeitig ankommt. Eine neue Lagerlösung ist nur dann wirtschaftlich, wenn Produktgröße und Umschlag passen. Eine effiziente Verpackung ist nur dann zukunftsfähig, wenn ihre Materialien und Verantwortlichkeiten dokumentiert sind.


Für die kommenden Wochen empfehlen wir daher drei konkrete Schritte:

  1. Einstandskosten und Containerbeladung aktualisieren.

  2. AWD, FBA und Drittanbieter-Lager anhand konkreter SKU-Daten vergleichen.

  3. PPWR- und EPR-relevante Verpackungsunterlagen vollständig prüfen.


Unterstützung durch Hongmao Garden

Hongmao Garden unterstützt europäische Kunden bei der Entwicklung und Beschaffung von funktionalen Metallprodukten für Garten, Aufbewahrung und Home Improvement.

Zu unseren Projektschwerpunkten gehören:

  • Optimierung von Verpackungsvolumen und Containerbeladung,

  • Entwicklung versandtauglicher Produktverpackungen,

  • Zusammenstellung von Material- und Verpackungsdaten,

  • Planung von Mischcontainern,

  • sowie Abstimmung von Produkten auf europäische Lager- und E-Commerce-Kanäle.

Für eine neue Einstandskostenberechnung oder die Prüfung eines

📩 catrina@hongmaogarden.com

bottom of page