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Weekly News KW 37: Europas Garden-Sourcing verändert sich auf drei Ebenen

Hongmao Garden Marketing Department

7. Sept. 2026

DIY-Kanäle konzentrieren sich, Garden Centres erweitern ihr Sortiment und die EU verschärft die Stahl-Rückverfolgbarkeit

Die Veränderungen im europäischen Garden- und DIY-Markt betreffen derzeit nicht nur einzelne Produkte oder kurzfristige Nachfragezyklen. Drei Entwicklungen dieser Woche zeigen vielmehr, dass sich die Rahmenbedingungen für die Beschaffung 2027 gleichzeitig auf mehreren Ebenen verändern.


In Deutschland konzentrieren sich Marktanteile und Einkaufsvolumen stärker bei großen DIY-Gruppen. In Großbritannien erweitern Garden Centres ihr traditionelles Sortiment um Storage- und Home-Improvement-Kategorien. Gleichzeitig verlangt die EU bei bestimmten Stahlimporten zunehmend detaillierte Informationen bis hin zum Land, in dem der Stahl geschmolzen und gegossen wurde.


Für Lieferanten und Einkäufer entsteht daraus eine klare Konsequenz: 2027 wird nicht einfach mehr neue Produkte verlangen. Entscheidend werden stärkere Produkte, bessere Channel-Fit-Konzepte und eine deutlich tiefere Supply-Chain-Traceability.


1. OBI und BAUHAUS gestalten den deutschen DIY-Markt neu

Die Restrukturierung von Hellweg und BayWa Bau & Garten verändert die deutsche DIY-Landschaft weiter.


OBI hat bereits die Übernahme von mindestens fünf Standorten gesichert und könnte insgesamt bis zu zwölf ehemalige Hellweg- beziehungsweise BayWa Bau & Garten-Märkte integrieren. Parallel dazu plant BAUHAUS die Übernahme von bis zu sieben weiteren Standorten. Erste Übergaben sind für Ende 2026 vorgesehen, die Wiedereröffnung modernisierter Märkte soll im Frühjahr 2027 folgen.


Für Lieferanten ist dabei nicht die reine Zahl neuer OBI- oder BAUHAUS-Filialen entscheidend. Wichtiger ist die zunehmende Konzentration von Verkaufsfläche und Einkaufsvolumen bei wenigen großen Handelsorganisationen.


Große DIY-Gruppen können höhere Mengen bündeln, nationale Sortimente stärker vereinheitlichen und mit einer kleineren Zahl strategischer Lieferanten arbeiten. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Produktdifferenzierung, Qualität, Liefersicherheit, Verpackung und After-Sales-Fähigkeit.


Gerade bei etablierten Kategorien wie Mülltonnenboxen, Paketboxen, Auflagenboxen, Hochbeeten, Frühbeeten oder Garden Storage wird deshalb ein weiterer nahezu identischer SKU immer schwieriger zu rechtfertigen.


Was bedeutet das für 2027?

Für Lieferanten sollte der Fokus weniger darauf liegen, möglichst viele einzelne kleine Kunden oder möglichst viele ähnliche Produkte zu entwickeln. Wichtiger werden Hero SKUs, Private-Label-Projekte und Produkte, die sich für größere nationale oder regionale Sortimentsprogramme eignen.


Ein neues Produkt muss einen klaren Grund liefern, warum ein großer Händler es aufnehmen sollte. Das kann ein deutlich anderes Design sein, eine neue Funktion, einfachere Montage, geringeres Verpackungsvolumen oder eine bessere Lösung für einen konkreten Endkundenbedarf.


Der Wettbewerb verschiebt sich damit zunehmend von:

More SKUs

zu:

Stronger SKUs with a clearer commercial reason to exist.


2. Glee 2026: Garden Centres erweitern ihre Produktgrenzen

Vom 8. bis 10. September findet in Birmingham die Glee 2026 statt. Eine der interessantesten Veränderungen der diesjährigen Messe ist die Einführung eines eigenen Bereichs für:

Home & Garden Improvement

Dort werden ausdrücklich Kategorien wie Storage Solutions, Tools, Hardware, Paints und DIY Products zusammengeführt.


Das ist mehr als eine Erweiterung des Messeplans.


Es zeigt, dass sich britische Garden Centres zunehmend von einem stark saisonabhängigen Pflanzen- und Gartenmodell zu einem breiteren Year-Round Retail Destination entwickeln möchten. Storage, Outdoor Living und Home Improvement können dabei helfen, zusätzliche Kaufanlässe außerhalb der klassischen Frühjahrs- und Sommermonate zu schaffen.


Für Hersteller eröffnet das neue Vertriebsmöglichkeiten.

Produkte wie:

  • Outdoor Storage Boxes,

  • Garden Cabinets,

  • Parcel Boxes,

  • Garbage Bin Enclosures,

  • Bicycle Storage,

  • Mailboxes,

  • und andere funktionale Outdoor-Lösungen

müssen nicht ausschließlich über klassische DIY-Märkte oder E-Commerce verkauft werden.


Garden Centre wird zu einem zusätzlichen Channel

Besonders interessant sind Produkte, die nicht nur funktional sind, sondern sich optisch in moderne Garten-, Terrassen- und Outdoor-Living-Szenarien integrieren lassen.


Damit verändert sich auch die Art, wie Produkte präsentiert werden sollten.


Ein Metall-Gartenschrank sollte im Garden-Centre-Kontext nicht nur als „Storage Product“ gezeigt werden. Er kann Teil eines vollständigen Outdoor-Living-Konzepts sein. Eine Auflagenbox ist nicht nur ein Behälter, sondern kann Teil einer Terrasse oder Lounge-Zone werden. Ein Raised Bed oder Cold Frame wiederum lässt sich stärker mit Urban Gardening und Small-Space-Gardening verbinden.


Für die Produkt- und Kundenstrategie 2027 ergibt sich daraus eine breitere Channel-Logik:

Urban Growing

Raised Beds, Cold Frames und kompakte Pflanzsysteme.


Outdoor Living Storage

Storage Boxes, Garden Cabinets und multifunktionale Stauraumlösungen.


Home & Garden Improvement

Mülltonnenboxen, Paketboxen und Fahrradschutz.


Entrance Solutions

Mailbox- und Parcel-Box-Systeme.


Die entscheidende Veränderung lautet deshalb:

Garden products are no longer limited to traditional garden buyers.

Wer Produkte stärker nach Nutzungssituation und Verkaufsszenario positioniert, kann zusätzliche Vertriebskanäle erschließen.


3. EU verschärft Stahl-Rückverfolgbarkeit: „Melt & Pour“ wird zum neuen Datenpunkt

Die dritte Entwicklung betrifft die Lieferkette selbst.


Mit der Implementing Regulation (EU) 2026/1963 führt die EU ab 1. Oktober 2026 zusätzliche Nachweisanforderungen für bestimmte Stahlimporte ein.


Für Produkte, die unter die entsprechende EU-Stahlregelung fallen, müssen Importeure künftig Informationen über das:

Country of Melt and Pour

bereitstellen – also das Land, in dem der verwendete Stahl geschmolzen und gegossen wurde.


Als bevorzugter Nachweis dient ein Mill Test Certificate (MTC), das unter anderem das Melt & Pour Country und die entsprechende Heat Number enthält.


Während einer Übergangsperiode bis September 2027 können unter bestimmten Voraussetzungen auch weitere Dokumente wie Lieferantenerklärungen, Qualitätsunterlagen, Rechnungen oder Produktionsnachweise verwendet werden. Danach wird die Anforderung an formale Nachweise strenger.


Entscheidend ist der CN Code

Für Hersteller von Metall-Gartenprodukten ist eine wichtige Differenzierung notwendig:

Nicht jedes Produkt aus Stahl benötigt automatisch ab 1. Oktober ein MTC.

Ob die neue Nachweispflicht direkt gilt, hängt zunächst davon ab, ob der CN Code des importierten Produkts in den relevanten Anwendungsbereich fällt.


Trotzdem ist die langfristige Richtung eindeutig.

Europäische Einkäufer wollen zunehmend nicht nur wissen:

  • welche Stahlsorte verwendet wird,

  • wie dick das Material ist,

  • und wie hoch der Materialpreis ist.


Sie wollen zunehmend auch nachvollziehen können:

  • von welchem Stahlwerk das Material stammt,

  • welche Charge verwendet wurde,

  • welche Heat Number dazugehört,

  • und in welchem Land der Stahl geschmolzen und gegossen wurde.

Europa bewegt sich damit von:

Material Specification

zu:

Material Traceability

Diese Entwicklung ergänzt gleichzeitig andere regulatorische Anforderungen wie CBAM und umfangreichere Supplier-Audit-Prozesse.


Für Lieferanten entsteht deshalb zunehmend eine Datenkette wie:

Steel Mill → MTC → Heat Number → Material Batch → Product SKU

Je sauberer diese Informationen strukturiert werden, desto einfacher können große europäische Kunden ihre eigenen Compliance- und Traceability-Anforderungen erfüllen.


Was diese drei Entwicklungen für 2027 gemeinsam bedeuten

OBI und BAUHAUS zeigen, dass sich Einkaufsmacht im deutschen DIY-Markt stärker konzentriert. Glee zeigt gleichzeitig, dass traditionelle Garden Centres ihre Sortimentsgrenzen erweitern und neue Kategorien aufnehmen. Die neue EU-Stahlregelung wiederum macht deutlich, dass Lieferanten künftig tiefer in ihre eigene Rohmaterial-Lieferkette hineinblicken müssen.


Damit verändern sich drei Ebenen gleichzeitig:

Channel: Einkaufsvolumen konzentriert sich stärker bei großen Handelsorganisationen.


Product: Storage, Outdoor Living und Home Improvement erreichen zusätzliche Vertriebskanäle.


Supply Chain: Materialherkunft und Rückverfolgbarkeit werden wichtiger Bestandteil der Lieferantenbewertung.


Für Lieferanten reicht es deshalb nicht aus, lediglich einen wettbewerbsfähigen FOB-Preis und eine breite SKU-Liste anzubieten.


2027 werden aus unserer Sicht drei Fähigkeiten stärker zusammengehören:

Product Differentiation / Channel Adaptability / Supply Chain Traceability


Fazit

Der europäische Garden-Markt sucht nicht einfach „mehr neue Produkte“.

Die Veränderung geht tiefer.


Große Handelsorganisationen bündeln mehr Einkaufsvolumen. Garden Centres öffnen sich für zusätzliche Home-Improvement- und Storage-Kategorien. Gleichzeitig verlangt die regulatorische Entwicklung immer detailliertere Informationen über Materialien und deren Herkunft.


Für die Beschaffung 2027 bedeutet das:

The right product must fit the right channel — and be supported by the right supply-chain data.


Hongmao Garden arbeitet deshalb bei neuen Projekten nicht nur an Produktdesign und Herstellung, sondern zunehmend auch an Verpackungsoptimierung, Channel-Fit, Materialdaten und Supply-Chain-Traceability für europäische Kunden.


📩 catrina@hongmaogarden.com

🌍 www.hongmaogarden.com

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