🏢 Büro: Suzhou, Jiangsu | 🏭 Fabrik: Taizhou / Suzhou, China

Hongmao Garden Marketing Department
28. Sept. 2026
Deutschlands DIY-Handel konzentriert sich weiter, funktionale Outdoor-Kategorien zeigen mehr Widerstandskraft und die EU verschärft ab Oktober die Stahl-Rückverfolgbarkeit
Die Entwicklungen der vergangenen Woche zeigen erneut, dass sich Europas Garden- und DIY-Markt nicht einfach in Richtung „mehr“ oder „weniger“ Nachfrage bewegt. Vielmehr verändert sich die Struktur des Marktes auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
In Deutschland werden ehemalige Hellweg-Standorte weiter in größere DIY-Systeme integriert. In Großbritannien zeigen aktuelle Garden-Centre-Daten deutliche Unterschiede zwischen klassischen Gardening-Kategorien und funktionalen Outdoor-Sortimenten. Gleichzeitig tritt ab dem 1. Oktober eine neue EU-Anforderung zur Rückverfolgbarkeit bestimmter Stahlimporte praktisch in Kraft.
Für Einkäufer und Lieferanten ergibt sich daraus eine klare Entwicklung:
2027 wird stärker davon geprägt sein, wer einkauft, welche funktionalen Kategorien Nachfrage halten können und wie tief ein Lieferant seine Materialdaten zurückverfolgen kann.
01 | Deutschlands DIY-Einkauf konzentriert sich weiter
Die Neuordnung des deutschen DIY-Marktes setzt sich fort.
HORNBACH hatte bereits angekündigt, sechs ehemalige Hellweg-Märkte in Ahrensfelde, Berlin-Köpenick, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Freiberg und St. Augustin übernehmen zu wollen. Vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungen sollen sie nach dem Umbau im Frühjahr 2027 als HORNBACH Bau- und Gartenmärkte wiedereröffnet werden. Zusammen mit weiteren geplanten Neueröffnungen nähert sich HORNBACH nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren der Marke von 200 DIY-Megastores.
Quelle: HORNBACH Holding AG & Co. KGaA, 18.09.2026.
Auch das Hagebau-System wächst durch die Hellweg-Neuordnung weiter. Am 23. September wurde bekannt, dass die Mölders Gruppe den bisherigen Hellweg-Markt in Brandenburg an der Havel übernehmen will. Damit planen mittlerweile fünf Hagebau-Gesellschafter die Integration von insgesamt sechs ehemaligen Hellweg- bzw. BayWa-Standorten. Die Wiedereröffnung ist nach Modernisierung für das Frühjahr 2027 vorgesehen.
Quelle: BaumarktManager / Hagebau, 23.09.2026.
Gleichzeitig eröffnete Globus Baumarkt am 19. September am früheren Hellweg-Standort in Bielefeld-Brackwede seinen 91. Markt. Die Verkaufsfläche umfasst mehr als 12.000 m² einschließlich Gartencenter.
Auch BAUHAUS investiert weiter in physische Verkaufsfläche. Am 24. September eröffnete das Unternehmen in Gelsenkirchen ein neues Fachcentrum mit mehr als 13.000 m², über 50.000 Produkten vor Ort und einem umfangreichen Stadtgarten. Über den Onlineshop stehen insgesamt rund 160.000 Produkte zur Verfügung.
Der deutsche DIY-Markt schrumpft nicht einfach – er ordnet sich neu
Die wichtigste Schlussfolgerung aus diesen Entwicklungen ist nicht, dass Deutschland weniger Baumärkte oder weniger Garden-Retail benötigt.
Vielmehr wird bestehende und neue Verkaufsfläche zunehmend innerhalb größerer Systeme gebündelt:
HORNBACH · OBI · BAUHAUS · Hagebau · Globus
Dadurch kann sich auch die Beschaffung stärker konzentrieren.
Unsere Einschätzung: Für Lieferanten bedeutet 2027 deshalb weniger Wettbewerb um möglichst viele kleine Einzelkunden und mehr Wettbewerb um den Zugang zu größeren, strukturierteren Einkaufssystemen.
Diese Händler benötigen nicht nur ein Produkt und einen FOB-Preis. Relevant werden zunehmend:
skalierbare Hero SKUs
Private-Label-Fähigkeit
klare Zielverkaufspreise
MOQ und Forecast-Fähigkeit
40HQ-Loading
Central-Warehouse-taugliche Verpackungen
stabile Nachversorgung
Online Extended Assortment
Produkt- und Compliance-Daten
professionelle After-Sales-Lösungen
Gerade für Kategorien wie Mülltonnenboxen, Paketboxen, Auflagenboxen, Gartenschränke, Raised Beds oder Cold Frames wird es daher wichtiger, Produkte als vollständiges Retail-Konzept und nicht nur als einzelnen Artikel anzubieten.
2027 Range Planning ist bereits in der Einkaufsphase
Ein weiteres Signal kam vergangene Woche von BAUVISTA und LANDFUXX.
Bei der erstmals veranstalteten TiGa Messe 2026 standen ausdrücklich Saisonvorbereitung, Sortimentsthemen und konkrete Einkaufsentscheidungen im Mittelpunkt.
Quelle: BAUVISTA / LANDFUXX, 22.09.2026.
Das bestätigt erneut einen Punkt, den bereits Glee im September deutlich gemacht hat:
Die Garden-Saison 2027 wird nicht im Frühjahr 2027 eingekauft. Ein großer Teil der Range-Entscheidungen beginnt bereits jetzt.
Für Lieferanten sollte sich die Kundenkommunikation deshalb von:
“Are you interested in this product?”
zu einer konkreteren Einkaufsdiskussion entwickeln:
Which SKU fits your 2027 range? What is your target retail price? What initial quantity do you need, and when must the goods arrive?
02 | UK Garden Market: Traditionelles Gardening schwächer, funktionale Outdoor-Kategorien robuster
Die jüngsten Daten der britischen Horticultural Trades Association (HTA) zeigen, wie unterschiedlich sich einzelne Garden-Kategorien unter denselben Marktbedingungen entwickeln können.
Im August 2026 sanken die britischen Gardening Sales um 7 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders schwach entwickelten sich klassische Kategorien:
Bedding Plants: -11 %
Hardy Plants: -14 %
Plant Care: -14 %
Garden Sundries: -12 %
Tools: -9 %
Gleichzeitig entwickelten sich einige größere Outdoor-Kategorien deutlich stabiler:
Garden Furniture: +1 %
BBQ & Heating: +2 %
Outdoor Containers: +5 %
Quelle: Horticultural Trades Association, Market Update, 15.09.2026.
Auch im Juli war dieser Unterschied sichtbar. Die Garden-Centre-Umsätze stiegen insgesamt um 11 %, während Outdoor Containers um 22 %, BBQ & Heating um 25 % und Tools & Equipment um 27 % zulegten.
Quelle: HTA, 12.08.2026.
Wichtige Einordnung: „Outdoor Containers“ bedeutet hier nicht Storage Box
Für eine saubere Marktinterpretation ist eine Abgrenzung wichtig.
Die HTA-Kategorie Outdoor Containers bezieht sich auf Pflanzgefäße, Töpfe und vergleichbare Outdoor-Planting-Container. Die HTA selbst verbindet die Kategorie beispielsweise mit ihrer Kampagne zu „pots and planting“.
Die Werte von +5 % im August beziehungsweise +22 % im Juli dürfen deshalb nicht als direkte Verkaufsdaten für Outdoor Storage Boxes interpretiert werden.
Trotzdem liefern die Zahlen ein relevantes Signal:
Funktionale Outdoor-Ausgaben können widerstandsfähiger sein als klassische Pflanzen- und Pflegekategorien
Der extrem warme und trockene Sommer belastete klassische Gardening-Produkte stark. Dennoch investierten Verbraucher weiterhin in bestimmte langlebigere oder funktionale Outdoor-Kategorien.
Unsere Einschätzung: Für die Produktplanung 2027 lohnt es sich deshalb, stärker zwischen „klassischem Gardening“ und funktionaler Outdoor-Infrastruktur zu unterscheiden.
Dazu gehören beispielsweise:
Outdoor Storage
Garden Furniture
Parcel Management
Waste Management
Bicycle Storage
Garden Organisation
Equipment Protection
Diese Produktgruppen lösen konkrete Haushaltsprobleme und sind nicht vollständig von der klassischen Pflanzsaison abhängig.
Was bedeutet das für Outdoor Storage?
Für Storage Boxen ist der HTA-Wert kein direkter Absatznachweis. Er unterstützt aber eine breitere Produktstrategie:
Garden Retail wird zunehmend auch Outdoor Living Retail.
Eine moderne Storage Box sollte deshalb nicht nur als:
“Cushion Box for summer”
positioniert werden.
Interessanter ist eine ganzjährige Nutzungslogik:
Year-round Outdoor Storage
Mögliche Anwendungen sind:
Frühjahr
Garden Tools, Pflanzzubehör, Erde und kleinere Geräte.
Sommer
Cushions, Pool- und BBQ-Zubehör.
Herbst
Laubsäcke, Gartenwerkzeuge und Outdoor-Reinigungszubehör.
Winter
Decken, saisonales Zubehör, Sport- und Freizeitartikel.
Damit wird aus einem saisonalen „Kissenkasten“ ein funktionaler Bestandteil der Outdoor-Organisation.
Diese Positionierung passt auch zur zunehmenden Überschneidung von Garden, Outdoor Living und Home Improvement, die wir bereits bei Glee 2026 beobachten konnten.
03 | Ab 1. Oktober: „Melt & Pour“ wird Teil der praktischen EU-Stahlabwicklung
Die dritte wichtige Entwicklung dieser Woche betrifft unmittelbar die Supply Chain.
Die Commission Implementing Regulation (EU) 2026/1963 gilt ab 1. Oktober 2026. Sie legt fest, welche Nachweise Importeure für das Country of Melt and Pour bestimmter Produkte vorlegen müssen, die unter die entsprechende EU Steel Regulation fallen.
Das „Country of Melt and Pour“ bezeichnet das Land, in dem der Stahl ursprünglich geschmolzen und gegossen wurde.
Der bevorzugte Nachweis erfolgt über ein:
Mill Test Certificate – MTC
Dabei spielen insbesondere zwei Informationen eine zentrale Rolle:
Melt & Pour Country
und
Heat Number
Kann während der Übergangsperiode vom 1. Oktober 2026 bis 30. September 2027 kein MTC vorgelegt werden, können unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Dokumente als Nachweis akzeptiert werden, beispielsweise Rechnungen, Lieferscheine, Qualitätszertifikate, Lieferantenerklärungen, Produktionsunterlagen oder Export-Zolldokumente. Voraussetzung ist, dass daraus sowohl das Melt & Pour Country als auch die Heat Number hervorgehen.
Die Angaben werden über entsprechende TARIC document codes erklärt. Die Verordnung stellt ausdrücklich klar, dass eine Einfuhr abgelehnt werden kann, wenn das Land des Schmelzens und Gießens nicht mit geeigneten überprüfbaren Nachweisen belegt wird.
Quelle: EUR-Lex, Durchführungsverordnung (EU) 2026/1963.
Nicht jedes Metall-Garden-Produkt benötigt automatisch ein MTC
Dieser Punkt ist für die Kommunikation besonders wichtig.
Die neue Regel bedeutet nicht:
“From October, every metal garden product requires an MTC.”
Die Anforderungen gelten für Produkte, die in den Anwendungsbereich der entsprechenden EU Steel Regulation fallen.
Für fertige Produkte wie:
Mülltonnenboxen
Paketboxen
Garden Cabinets
Firewood Racks
Raised Beds
Bicycle Garages
muss deshalb zunächst über den tatsächlichen CN Code geprüft werden, ob die jeweilige Ware direkt erfasst ist.
Trotzdem ist die langfristige Beschaffungsrichtung eindeutig:
Europa verlangt zunehmend Material Traceability bis zum Stahlwerk
Für Metalllieferanten wird es deshalb sinnvoll, unabhängig von der direkten Anwendbarkeit eines einzelnen SKU eine sauberere Traceability-Struktur aufzubauen.
Zum Beispiel:
SKU → Production Batch → Steel Batch → Heat Number → Steel Mill → Melt & Pour Country → MTC
Diese Datenstruktur kann nicht nur für die Steel Regulation relevant sein. Sie unterstützt gleichzeitig:
CBAM
Customer Audits
ESG Reporting
Origin Verification
Supply Chain Due Diligence
Quality Claims
Unsere Einschätzung: Material Traceability entwickelt sich damit von einer technischen Qualitätsinformation zu einer kommerziellen Lieferantenfähigkeit.
Für europäische Kunden wird zunehmend relevant, ob ein Lieferant solche Informationen innerhalb von Stunden oder Tagen bereitstellen kann – oder ob die Lieferkette sie bei jeder Anfrage erst neu zusammensuchen muss.
Supply Chain Watch | Far East → Europe: nur 6 % pünktlich
Die Frachtraten Richtung Europa können sich bewegen – die Zuverlässigkeit der Fahrpläne bleibt jedoch ein ernstes Problem.
Nach dem neuesten Xeneta Schedule Reliability Scorecard lag die globale Fahrplanzuverlässigkeit im August bei nur 29 %.
Besonders auffällig:
Far East → Europe: nur 6 % On-Time
Die durchschnittliche Verspätung lag bei 8,2 Tagen. Xeneta beschreibt dies als ein Niveau, das seit den schweren Störungen Ende 2021 nicht mehr gesehen wurde.
Quelle: Xeneta, Schedule Reliability Scorecard – August 2026.
Für saisonale Garden-Produkte ist das erheblich relevanter als eine kurzfristige Bewegung der Frachtrate.
Ein Raised Bed, Cold Frame oder Greenhouse, das zwei Wochen zu spät im europäischen Lager eintrifft, kann einen deutlich größeren kommerziellen Schaden verursachen als einige hundert Dollar zusätzliche Frachtkosten.
Unsere Einschätzung: Bei 2027-Frühjahrsprogrammen sollten deshalb Production Slot + ETD + Shipping Service + Warehouse ETA gemeinsam betrachtet werden.
Nicht nur der niedrigste Frachttarif.
E-commerce Watch | Europas E-Commerce wird zunehmend grenzüberschreitend gedacht
Auf der Amazon Accelerate 2026 stellte Amazon neue Werkzeuge vor, mit denen Verkäufer Produkte, Listings und internationale Expansion stärker aus einer gemeinsamen Infrastruktur heraus steuern können. Amazon beschreibt die nächste Entwicklungsphase ausdrücklich als Vereinfachung des globalen Verkaufs und der Expansion in zusätzliche Märkte.
Quelle: Amazon Selling Partners, 24.09.2026.
Für Produktlieferanten ist dabei weniger eine einzelne Amazon-Funktion relevant als die strategische Richtung.
Wenn ein erfolgreicher SKU leichter in mehrere europäische Märkte übertragen werden kann, sollte die Produktvorbereitung nicht erst nach erfolgreichem Deutschland-Launch beginnen.
Für Kategorien wie Paketboxen, Mailboxes oder Outdoor Storage kann es sinnvoll sein, von Beginn an ein:
EU Product Master Data Pack
aufzubauen.
Dazu gehören beispielsweise:
einheitliche Produktstammdaten
Maße und Gewichte
technische Spezifikationen
Verpackungsdaten
Compliance-Dokumente
EAN / GTIN
Ersatzteilstruktur
Bilder und Videos
mehrsprachige Produkttexte
Der langfristige Vorteil lautet:
One Hero SKU → Multiple European Markets
Drei Kernsignale für die Planung 2027
Die Entwicklungen dieser Woche lassen sich auf drei Veränderungen reduzieren.
1. Who is buying is changing.
Deutsche DIY-Verkaufsfläche und Einkaufsvolumen konzentrieren sich zunehmend innerhalb großer Systeme. Für Lieferanten werden Hero SKUs, Private Label und skalierbare Supply Chains wichtiger.
2. What consumers value is changing.
Der britische Garden-Markt zeigt, dass extreme Wetterbedingungen klassische Gardening-Kategorien stärker belasten können, während bestimmte funktionale Outdoor-Kategorien robuster bleiben.
3. What buyers expect from suppliers is changing.
Mit „Melt & Pour“ reicht Materialwissen zunehmend tiefer zurück: vom fertigen Produkt über Charge und Heat Number bis zum Stahlwerk.
Fazit
Der europäische Garden-Markt 2027 wird nicht einfach dadurch entschieden, wer die meisten Produkte anbietet.
Die Einkaufslandschaft konzentriert sich stärker bei großen Retail-Systemen. Verbraucher reagieren unterschiedlich auf klassische Gardening- und funktionale Outdoor-Kategorien. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Daten, Herkunft und Material-Traceability.
Für Lieferanten bedeutet das:
The right functional category.
The right retail system.
The right supply-chain data.
Oder anders gesagt:
Der wettbewerbsfähige Lieferant von 2027 muss nicht nur ein Produkt herstellen können. Er muss zeigen können, warum das Produkt in den Markt passt, wie es skaliert werden kann und welche Supply-Chain-Daten dahinterstehen.
Hongmao Garden verfolgt diese Entwicklungen kontinuierlich und berücksichtigt bei neuen Projekten neben Konstruktion und Fertigung zunehmend auch Retail Fit, Verpackung, Materialdaten, Traceability und europäische Fulfillment-Anforderungen.
