
Hongmao Garden Marketing Department
30 Mar 2026
Schwächeres Konsumklima, klimabedingte Veränderungen in der Gartennutzung und anhaltende Dynamik im plattformbasierten Handel prägen derzeit den deutschen Garten- und DIY-Markt.
Mit fortschreitender Frühjahrssaison 2026 zeigt sich der deutsche Garten- und DIY-Markt in einem Umfeld, das zugleich vorsichtiger und differenzierter wird. Die Nachfrage ist weiterhin vorhanden, entwickelt sich jedoch selektiver, funktionaler und stärker kanalabhängig als in vielen früheren Marktphasen.
Drei Entwicklungen dieser Woche geben dazu besonders klare Hinweise. Erstens verschlechtert sich laut den aktuellen Ergebnissen des GfK-Konsumklimas die Verbraucherstimmung in Deutschland weiter. Zweitens zeigt das STIHL Garten-Barometer 2026, dass sich die Nutzung von Gärten unter dem Einfluss des Klimawandels spürbar verändert. Drittens machen die aktuellen Geschäftszahlen von Otto deutlich, dass plattformbasierter Handel – auch im Home-&-Garden-Umfeld – weiterhin Wachstumspotenzial bietet.
Die Entwicklung beim Konsumklima ist vor allem deshalb relevant, weil sie nicht in erster Linie auf einen unmittelbaren Einbruch der Kaufneigung hinweist, sondern auf steigende Unsicherheit. Schwächere Einkommenserwartungen, neue Inflationssorgen infolge höherer Energiepreise und geopolitische Belastungen verändern das Kaufverhalten der Verbraucher. In einem solchen Umfeld wird nicht zwangsläufig weniger gekauft, aber bewusster. Produkte müssen ihren Nutzen, ihre Preislogik und ihren praktischen Wert klarer vermitteln, um Kaufentscheidungen auszulösen.
Für den Garten- und DIY-Sektor bedeutet das: Nachfrage bleibt grundsätzlich bestehen, verlagert sich aber stärker auf Produkte, die leicht nachvollziehbar, alltagsrelevant und mit geringem Fehlkaufrisiko verbunden sind. Gerade in einem vorsichtigeren Konsumumfeld gewinnen funktionale und langlebige Lösungen an Bedeutung, während rein dekorative oder weniger dringliche Produkte stärker unter Rechtfertigungsdruck geraten können.
Das STIHL Garten-Barometer liefert dazu eine zweite, strukturelle Perspektive. Immer mehr Gartenbesitzer in Deutschland beobachten konkrete Auswirkungen des Klimawandels in ihren Gärten, insbesondere zunehmende Trockenheit, Veränderungen bei Pflanzenentwicklung und Blühverhalten sowie einen Anstieg typischer Schädlinge. Ein erheblicher Teil der Befragten hat bereits Maßnahmen ergriffen oder plant, den eigenen Garten an diese veränderten Bedingungen anzupassen.
Diese Entwicklung ist für die Branche von besonderer Bedeutung, weil sie zeigt, dass sich der Garten zunehmend von einem reinen Freizeitraum zu einem Bereich entwickelt, der aktiver organisiert, geschützt und an neue Umweltbedingungen angepasst werden muss. Daraus ergeben sich veränderte Anforderungen an Produkte. Relevanz gewinnen vor allem Lösungen, die Pflege erleichtern, Außenbereiche besser strukturieren, Geräte und Materialien schützen oder die Nutzbarkeit des Gartens unter anspruchsvolleren Bedingungen verbessern.
Gerade funktionale Outdoor-Produkte profitieren von dieser Entwicklung. Kategorien wie Aufbewahrungslösungen, Paketboxen, Mülltonnenboxen, Hochbeete oder andere wetterbeständige Produkte mit klarem Alltagsnutzen passen gut zu einer Nachfrage, die stärker von praktischer Anwendbarkeit als von rein optischer Attraktivität geprägt wird. Für Hersteller und Händler bedeutet das, dass Marktchancen zunehmend dort entstehen, wo Produkte konkrete Probleme lösen und auf reale Veränderungen in der Nutzung von Außenflächen reagieren.
Die Geschäftsentwicklung von Otto ergänzt dieses Bild um eine wichtige Vertriebsperspektive. Das Unternehmen konnte im Geschäftsjahr 2025/26 sowohl beim Warenvolumen als auch beim Umsatz und bei der Zahl aktiver Nutzer zulegen. Besonders relevant ist dabei, dass home-nahe Kategorien weiter gewachsen sind und zugleich die Logistik für große Produkte weiter verbessert wurde. Damit wird deutlich, dass digitale Plattformen auch in einem vorsichtigeren Marktumfeld leistungsfähig bleiben, sofern Produktsortiment, Kundenansprache und operative Umsetzung stimmig sind.
Für den Garten- und Outdoor-Bereich ist das ein wichtiges Signal. Große oder funktionale Produkte galten im E-Commerce lange Zeit als anspruchsvoll, insbesondere aufgrund von Verpackung, Versand und Zustellung. Wenn sich die Plattformlogik und die Logistik für sperrige Artikel weiter verbessern, erhöht sich die Attraktivität kanalgeeigneter Outdoor-Produkte spürbar. Erfolgreich werden dabei vor allem Produkte sein, die nicht nur funktional überzeugen, sondern sich auch digital gut darstellen, zuverlässig liefern und sinnvoll in plattformbasierte Sortimente integrieren lassen.
Zusammengenommen zeichnen diese drei Signale ein klares Bild: Der deutsche Markt wird vorsichtiger, aber nicht inaktiv. Verbraucher handeln selektiver, Gärten werden funktionaler gedacht, und digitale Handelskanäle bleiben für relevante Produktkategorien aufnahmefähig. Für Einkäufer, Händler und Hersteller bedeutet das, dass Präzision an Bedeutung gewinnt – bei der Sortimentsauswahl ebenso wie bei Preispositionierung, Produktkommunikation und Kanalstrategie.
Aus Sicht von Hongmao Garden liegt die zentrale Marktchance derzeit in Produkten, die praktischen Nutzen, dauerhafte Verwendbarkeit und eine klare Positionierung miteinander verbinden. In einem Umfeld, in dem Unsicherheit zunimmt, sind es nicht automatisch die billigsten Produkte, die überzeugen, sondern diejenigen, deren Wert sich einfach erklären und deren Nutzen im Alltag klar erkennen lässt.
Hongmao Garden wird die relevanten Entwicklungen im deutschen Garten- und DIY-Markt weiterhin aufmerksam beobachten und regelmäßig einordnen, um Kunden und Partnern eine fundierte Orientierung für Markt-, Produkt- und Vertriebsentscheidungen zu bieten.
