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Hongmao Garden Marketing Department
31 Aug 2026
OBI konsolidiert den deutschen DIY-Handel, CBAM geht in die Verifizierungsphase und fallende Frachtraten lösen das Lieferzeitproblem noch nicht
Drei Entwicklungen der vergangenen Woche zeigen sehr deutlich, wie sich die Anforderungen an europäische Garden- und DIY-Lieferketten verändern.
Auf der Absatzseite wird der deutsche Baumarkt- und Gartenhandel stärker von großen Handelsgruppen geprägt.
Auf der Compliance-Seite geht CBAM vom Verständnis der Regulierung in die tatsächliche Verifizierung von Emissionsdaten über.
Und auf der Logistikseite sinken die Frachtraten zwischen China und Europa leicht – gleichzeitig bleiben Hafenüberlastung und Kapazitätssteuerung ein Risiko.
Für Einkäufer ergibt sich daraus eine gemeinsame Frage:
Ist unser Sortiment für 2027 nicht nur preislich attraktiv, sondern auch differenziert, compliance-ready und rechtzeitig verfügbar?
1. OBI wächst weiter: Der deutsche DIY-Handel konzentriert sich stärker
OBI hat am 28. August bestätigt, im Verkaufsprozess von Hellweg- und BayWa Bau & Garten-Standorten den Zuschlag für zunächst fünf Märkte erhalten zu haben.
Für weitere sieben Standorte wurde OBI als bevorzugter Investor ausgewählt. Damit könnten insgesamt bis zu zwölf ehemalige Hellweg- bzw. BayWa Bau & Garten-Märkte in das OBI-Netz integriert werden.
Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Freigabe sollen die ersten fünf Standorte zum 1. Dezember 2026 übernommen und nach Umbau und Modernisierung voraussichtlich im März 2027 wiedereröffnet werden. Das deutsche OBI-Netz würde dadurch zunächst auf mindestens 363 Standorte wachsen.
Für Lieferanten ist dabei weniger interessant, welcher einzelne Markt den Betreiber wechselt.
Wichtiger ist die strukturelle Entwicklung dahinter.
Mehr Verkaufsfläche konzentriert sich auf größere Einkaufsorganisationen
Wenn Marktanteile und Filialnetze stärker bei großen Gruppen gebündelt werden, verändert sich auch die Lieferantenlandschaft.
Ein größerer Retailer kann:
größere Mengen bündeln,
Sortimente stärker standardisieren,
weniger Lieferanten pro Kategorie einsetzen,
höhere Anforderungen an Lieferfähigkeit stellen,
und gleichzeitig stärker nach exklusiven oder differenzierten Produkten suchen.
Für Kategorien wie Mülltonnenboxen, Paketboxen, Auflagenboxen, Hochbeete, Frühbeete oder Garden Storage bedeutet das:
Ein ähnliches Standardprodukt reicht langfristig immer weniger aus.
Der relevante Wettbewerb verschiebt sich zunehmend zu drei Punkten:
Scale. Differentiation. Supply Reliability.
Was bedeutet das für die Sortimentsplanung 2027?
Wenn Handelskanäle konzentrierter werden, sollte ein neuer SKU einen klaren Grund haben, in das Sortiment aufgenommen zu werden.
Zum Beispiel:
sichtbarer Designunterschied,
zusätzliche Funktion,
bessere Montage,
geringeres Verpackungsvolumen,
niedrigere Retouren- oder After-Sales-Risiken,
oder eine exklusive Produktkonfiguration.
Unsere Einschätzung: Ein konzentrierter Retail-Markt braucht nicht automatisch mehr Produkte. Er erhöht vielmehr den Druck auf Lieferanten, bessere Gründe für jedes neue Produkt zu liefern.
2. CBAM geht in die Verifizierungsphase
Auch bei CBAM wurde in der vergangenen Woche ein wichtiger nächster Schritt sichtbar.
Die Europäische Kommission veröffentlichte am 24. August neue Leitlinien zur CBAM-Verifizierung und Akkreditierung.
Darin werden die Anforderungen an unabhängige Verifizierer und nationale Akkreditierungsstellen konkretisiert.
Am 28. August folgte außerdem das Verfahren, über das akkreditierte CBAM-Verifizierer ab 1. September 2026 Zugang zum CBAM Registry erhalten können. Ab Januar 2027 sollen akkreditierte Verifizierer dort erste Verifizierungsberichte bereitstellen können.
Damit verändert sich die praktische CBAM-Frage.
Bisher ging es häufig darum:
„Wie berechnen wir Emissionen?“
Zunehmend geht es nun darum:
„Können diese Daten tatsächlich verifiziert und in den Kundenprozess übernommen werden?“
Von Carbon Data zu Verified Carbon Data
Wenn ein Importeur tatsächliche Emissionswerte verwendet, müssen diese von einem akkreditierten unabhängigen Verifizierer geprüft werden.
Produzenten außerhalb der EU müssen dafür die erforderlichen Anlagen-, Produktions- und Emissionsinformationen bereitstellen können.
Der Prozess entwickelt sich damit immer stärker zu einer strukturierten Datenkette:
CN Code → CBAM Applicability → Production Data → Embedded Emissions → Verification → Registry
Für Lieferanten von Metallprodukten ist dabei ein wichtiger Punkt zu beachten:
Stahl im Produkt bedeutet nicht automatisch CBAM-Pflicht
Entscheidend ist die konkrete CN-Einreihung des importierten Produkts.
Deshalb sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jede Mülltonnenbox, Paketbox oder jedes andere Metall-Gartenprodukt automatisch unter CBAM fällt.
Für tatsächlich relevante Produkte wird die Datenfähigkeit des Lieferanten jedoch immer wichtiger.
Was sollten europäische Einkäufer jetzt prüfen?
Für potenziell relevante SKU sollte bereits heute geklärt werden:
Welcher CN Code wird verwendet?
Ist das importierte Produkt tatsächlich CBAM-relevant?
Welche Stahl- bzw. Materialdaten liegen vor?
Welche Produktionsanlage liefert die relevanten Vormaterialien?
Können Emissionsdaten nachvollziehbar aktualisiert werden?
Gibt es einen Prozess für externe Verifizierung?
Die erste jährliche CBAM-Erklärung für relevante Importe des Jahres 2026 ist 2027 fällig. Die aktuellen EU-Unterlagen zeigen deshalb klar: 2027 Compliance wird mit Daten vorbereitet, die bereits 2026 entstehen.
Für die Lieferantenauswahl entsteht daraus ein zusätzliches Kriterium:
Data Readiness
Der günstigste Lieferant ist nicht unbedingt der einfachste Lieferant, wenn der Importeur später mehrere Wochen benötigt, um belastbare Material- und Emissionsinformationen einzuholen.
3. Frachtraten sinken – aber das Lead-Time-Risiko bleibt
Auf der Logistikseite gibt es zunächst eine positive Entwicklung.
Der Drewry World Container Index sank am 27. August um 1 % auf 4.473 US-Dollar pro 40-Fuß-Container.
Für die für europäische Importeure besonders relevante Route Shanghai–Rotterdam fiel der Spotpreis um 3 % auf 4.287 US-Dollar pro 40 Fuß.
Shanghai–Genua sank gleichzeitig um 2 % auf 4.866 US-Dollar.
Das verbessert das aktuelle Kalkulationsfenster.
Aber die zweite Hälfte der Daten ist mindestens genauso wichtig.
Niedrigere Rate bedeutet noch keine stabilere Lieferkette
Drewry meldete gleichzeitig, dass die durchschnittliche Wartezeit für Schiffe in Shanghai innerhalb einer Woche von etwa 35 auf 96 Stunden gestiegen war.
Auf der Route Asien–Nordeuropa/Mittelmeer wurden für die Folgewoche außerdem vier Blank Sailings angekündigt, gegenüber zwei in der laufenden Woche.
Drewrys jüngstes Kapazitäts-Update weist zudem darauf hin, dass operative Störungen und Kapazitätsverschiebungen die Netzwerkplanung weiterhin erschweren.
Damit entsteht für europäische Einkäufer ein wichtiges Spannungsfeld:
Freight rates are easing, but lead-time risk has not disappeared.
Für saisonale Gartenprodukte zählt die Ankunft mehr als der niedrigste Frachttarif
Dieser Punkt ist besonders wichtig für Produkte mit einem klaren Saisonfenster.
Zum Beispiel:
Raised Beds,
Cold Frames,
Greenhouses,
Garden Storage,
Mülltonnenboxen.
Wenn ein Produkt für den europäischen Frühjahrsverkauf geplant ist, kann eine zwei- oder dreiwöchige Verspätung deutlich teurer sein als einige hundert Dollar zusätzliche Frachtkosten pro Container.
Deshalb sollte die Einkaufsentscheidung nicht ausschließlich lauten:
„Sollten wir noch auf einen niedrigeren Frachttarif warten?“
Sondern:
„Welches Produktions- und Versandfenster gibt uns die höchste Wahrscheinlichkeit, den geplanten Verkaufsstart zu erreichen?“
Für 2027-Saisonartikel bleibt es deshalb sinnvoll, Kern-SKU und Produktionsfenster frühzeitig zu bestätigen.
Drei Signale – eine gemeinsame Einkaufsentscheidung
Die drei Entwicklungen dieser Woche betreffen unterschiedliche Teile des Geschäfts:
Retail ChannelOBI wächst weiter und der deutsche DIY-Handel wird konzentrierter.
ComplianceCBAM entwickelt sich von Emissionsberechnung zu Verifizierung und Registry-Prozessen.
Supply ChainFrachtraten sinken, aber Hafenüberlastung und Blank Sailings halten das Terminrisiko hoch.
Für die Einkaufsplanung 2027 führt das zu drei Fragen:
1. Ist unser Produkt wirklich differenziert?
Wenn große Händler mehr Einkaufsvolumen bündeln, braucht jeder neue SKU einen klaren kommerziellen Grund.
2. Ist unser Lieferant data-ready?
Relevante Compliance-Daten müssen nicht nur vorhanden, sondern nachvollziehbar und gegebenenfalls verifizierbar sein.
3. Ist unser Lieferplan saisonfest?
Ein günstiger Container hilft wenig, wenn die Ware nach dem relevanten Verkaufsfenster eintrifft.
Fazit: 2027 wird anspruchsvoller – aber auch klarer
Der europäische Garden- und DIY-Markt verändert sich nicht nur auf einer Ebene.
Vertriebskanäle konzentrieren sich.
Compliance wird operativer.
Lieferketten bleiben trotz sinkender Frachtraten störanfällig.
Für Lieferanten und Einkäufer bedeutet das:
Der Produktpreis bleibt wichtig – aber er entscheidet immer seltener allein.
Erfolgreiche Programme für 2027 werden stärker davon abhängen, ob drei Dinge gleichzeitig funktionieren:
Product Differentiation
Compliance Readiness
Delivery Reliability
Für saisonale Produkte gilt dabei besonders:
Securing the right product and the right production window is often more valuable than waiting for the lowest possible freight rate.
Hongmao Garden entwickelt Metallprodukte für den europäischen Garden-, Storage- und Home-Improvement-Markt und berücksichtigt bei neuen Projekten zunehmend nicht nur Produktdesign und Fertigung, sondern auch Verpackung, Containerbeladung, Compliance-Daten und die Anforderungen der europäischen Vertriebskanäle.
