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Hongmao Garden Marketing Department
14 Sept 2026
Hagebau verstärkt die Konsolidierung im deutschen DIY-Handel, Glee bestätigt September als Einkaufsfenster und ICS2 macht Importdaten zum operativen Lieferrisiko
Die europäische Garden- und DIY-Branche wartet nicht bis zum Frühjahr 2027, um über die nächste Saison zu entscheiden. Drei Entwicklungen der vergangenen Woche zeigen vielmehr, dass wesentliche Entscheidungen bereits jetzt getroffen werden: In Deutschland werden ehemalige Hellweg- und BayWa-Standorte weiter in große Einkaufssysteme integriert, auf der Glee in Birmingham wurden bereits Produkte und Sortimente für die kommende Saison festgelegt, und Maersk verschärft mit seiner neuen „No MRN, No Load“-Regel die operative Umsetzung der europäischen ICS2-Anforderungen.
Für Lieferanten und Einkäufer ergibt sich daraus eine gemeinsame Botschaft: 2027 Garden Sourcing beginnt früher, konzentriert sich stärker auf große Einkaufsorganisationen und verlangt zunehmend präzise, strukturierte Daten entlang der Lieferkette.
1. Hagebau steigt in die Hellweg/BayWa-Neuordnung ein – Deutschlands DIY-Kanäle konzentrieren sich weiter
Die Restrukturierung von Hellweg und BayWa Bau & Garten prägt den deutschen DIY-Markt weiter. Nachdem OBI bereits angekündigt hatte, mindestens fünf und möglicherweise bis zu zwölf Standorte zu integrieren, und BAUHAUS die Übernahme von bis zu sieben Standorten plant, folgen nun auch Unternehmen aus dem Hagebau-System. Vier Hagebau-Gesellschafter wollen zum 1. Dezember 2026 insgesamt fünf Märkte übernehmen: Bad Tölz, Pfarrkirchen, Viechtach, Weil der Stadt und Schmalkalden. Nach Umbau und Integration in die jeweiligen Hagebau-Formate sollen die Märkte im Frühjahr 2027 neu eröffnen.
Diese Entwicklung sollte nicht als bloßer Betreiberwechsel einzelner Baumärkte verstanden werden. Sie zeigt vielmehr, wie sich bestehende Verkaufsfläche zunehmend auf große Verbund- und Filialsysteme verteilt. Für Lieferanten bedeutet das, dass Einkaufsentscheidungen stärker innerhalb größerer Strukturen gebündelt werden können und damit auch die Anforderungen an Volumenfähigkeit, standardisierte Produktdaten, Private Label, Lieferzuverlässigkeit und nationale Range-Konzepte steigen.
Dass große DIY-Kanäle gleichzeitig weiterhin Wachstum erzielen können, zeigen auch die jüngsten HORNBACH-Zahlen. Der Konzern meldete für das zweite Quartal 2026/27 einen Umsatzanstieg von 7,3 % auf 1,8137 Mrd. Euro; das bereinigte EBIT stieg um 12,8 %. HORNBACH führt die Entwicklung unter anderem auf eine robuste Kundennachfrage zurück.
Was bedeutet das für Lieferanten?
Der deutsche DIY-Markt wird damit nicht einfach kleiner. Er wird stärker konsolidiert und professionalisiert. Für Hersteller von Mülltonnenboxen, Paketboxen, Auflagenboxen, Garden Storage, Hochbeeten oder Cold Frames wird es deshalb wichtiger, die Anforderungen großer Einkaufsorganisationen zu verstehen.
Eine breite Produktliste allein schafft noch keinen Vorteil. Größere Händler benötigen eher Produkte, die sich klar in eine Range integrieren lassen und kommerziell sauber kalkuliert werden können. Ein überzeugender Vorschlag sollte deshalb neben dem Produkt selbst beispielsweise Zielverkaufspreis, MOQ, 40HQ-Beladung, Lead Time, Verpackungskonzept und Retail-Positionierung berücksichtigen.
Für die Planung 2027 verschiebt sich die Frage damit von „Wie viele Kunden können wir mit unserem Katalog erreichen?“ zu „Welche Hero SKUs können für größere Retail-Programme relevant werden?“
2. Glee 2026 bestätigt: Die Einkaufssaison für 2027 hat bereits begonnen
Die zweite wichtige Entwicklung kam aus Birmingham. Die Glee 2026 fand vom 8. bis 10. September gemeinsam mit der Autumn Fair statt. Laut offizieller Zusammenfassung wurden während der drei Messetage nicht nur neue Produkte präsentiert: Käufer und Lieferanten trafen sich persönlich, Bestellungen wurden direkt auf der Messe geschrieben und Sortimente für die kommende Saison festgelegt. Durch die erstmalige Parallelveranstaltung mit der Autumn Fair erreichten beide Veranstaltungen zusammen mehr als 20.000 Käufer aus Garden, Home, Gift und angrenzenden Lifestyle-Kategorien.
Für die Garden-Branche ist dieser Zeitpunkt besonders relevant. Der Verbraucher kauft Raised Beds, Cold Frames, Pflanzsysteme und viele andere Garden-Produkte hauptsächlich im Frühjahr. Die Entscheidungen darüber, welche Produkte im Frühjahr überhaupt verfügbar sein werden, fallen jedoch Monate früher.
Glee beschreibt sich selbst als Plattform, auf der Garden Retailer neue Lieferanten suchen, neue Ranges entdecken und Produkte für die kommende Saison auswählen. Die Messe im September wird damit faktisch zu einem wichtigen Übergangspunkt zwischen Produktbeobachtung und konkreter Range-Planung.
September ist kein „zu früher“ Zeitpunkt für Frühjahr 2027
Für Lieferanten bedeutet das, dass die Gespräche mit europäischen Garden-Kunden jetzt konkreter werden sollten. Bei Produkten wie Cold Frames, Raised Beds, Greenhouses, Auflagenboxen und Garden Storage sollte die Kommunikation nicht länger nur auf allgemeinem Produktinteresse basieren.
Statt:
“Do you like this product?”
sollten die entscheidenden Fragen bereits lauten:
Which SKU fits your 2027 range? What is your target retail price? What initial quantity do you need? And when must the goods arrive?
Diese Veränderung ist wichtig, weil aus einem Produktgespräch dadurch ein tatsächliches Beschaffungsprojekt wird.
Glee zeigt gleichzeitig, dass die Grenzen klassischer Garden-Kategorien weiter verschwimmen. Die Messe verbindet inzwischen Garden stärker mit Outdoor Living, Home, Gift und weiteren Produktwelten. Für Lieferanten von Storage- und Home-Improvement-Produkten entstehen dadurch zusätzliche Vertriebsmöglichkeiten.
Ein Garden Centre kann künftig nicht nur ein potenzieller Käufer für Hochbeete oder Pflanzsysteme sein. Auch Outdoor Storage, Garden Cabinets oder andere Produkte, die funktional und visuell in moderne Outdoor-Living-Szenarien passen, können relevanter werden.
Die wichtigste Erkenntnis: Verbraucher kaufen Garden im Frühjahr – Retailer entscheiden im Herbst, was sie im Frühjahr verkaufen werden.
3. „No MRN, No Load“: Importdaten können jetzt direkt über den ETD entscheiden
Die dritte Entwicklung betrifft nicht das Produkt oder den Vertriebskanal, sondern die tatsächliche Transportfähigkeit.
Maersk hat am 7. September angekündigt, ab 30. September 2026 eine „No MRN, No Load“-Policy für Fracht anzuwenden, die eine ICS2 Entry Summary Declaration benötigt und in die Europäische Union eingeführt oder über sie transitieren soll. Ein gültiger Movement Reference Number (MRN) muss vorhanden sein, bevor die Fracht zur Verladung bestätigt werden kann. Fehlt der MRN mindestens 24 Stunden vor Ankunft des Schiffes am relevanten Compliance Load Port, kann die Sendung von der Load List entfernt und auf ein späteres Schiff gerollt werden.
Dabei ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: ICS2 beginnt nicht erst am 30. September. Die EU verlangt bereits seit dem 1. Juni 2026, dass grundsätzlich alle Sendungen, die in das EU-Zollgebiet gelangen, über eine gültige Entry Summary Declaration verfügen. Die neue Maersk-Regel macht diese bestehende Compliance-Anforderung nun unmittelbar zu einer operativen Verladebedingung.
Das verändert die praktische Bedeutung von Importdaten erheblich. Unvollständige oder inkonsistente Informationen führen künftig nicht nur zu zusätzlicher administrativer Arbeit. Im ungünstigen Fall können sie direkt den geplanten ETD gefährden.
Von Dokumentenqualität zu Delivery Reliability
ICS2 verlangt vollständige und genaue Safety-&-Security-Daten. Je nach Geschäftsmodell können mehrere Akteure – Carrier, Spediteur, Importeur oder Consignee – Teile einer ENS einreichen. Dafür müssen die beteiligten Parteien Informationen rechtzeitig austauschen; unter anderem spielen EORI- und House-Level-Daten eine wichtige Rolle. Die EU weist ausdrücklich darauf hin, dass unvollständige ENS-Daten abgelehnt werden oder zusätzliche Rückfragen und Verzögerungen verursachen können.
Gerade für Exporteure mit vielen SKUs, mehreren HS Codes oder Private-Label-Kunden bedeutet das, dass die Qualität der Versanddaten stärker in die Auftragsplanung integriert werden muss. Produktbeschreibung, Zollklassifizierung und beteiligte Parteien sollten nicht erst unmittelbar vor Closing Time geprüft werden.
Die neue Realität lautet:
Production Ready ≠ Shipment Ready.
Ein Container kann vollständig produziert, geprüft und gepackt sein. Wenn die erforderlichen Importdaten nicht korrekt und rechtzeitig im ICS2-Prozess vorhanden sind, kann die Ware trotzdem den geplanten Sailing verpassen.
Für europäische Kunden wird Data Accuracy damit unmittelbar zu einem Teil von Delivery Reliability.
Drei Entwicklungen – eine gemeinsame Veränderung
Hagebau, Glee und ICS2 betreffen zunächst drei völlig unterschiedliche Bereiche. Zusammen zeigen sie jedoch, wie sich der europäische Garden-Markt für 2027 verändert.
Der Vertrieb wird konzentrierter: Größere DIY-Gruppen erhalten mehr Gewicht und erwarten skalierbare Produkte und professionelle Lieferantenstrukturen.
Der Einkaufszeitpunkt wird früher: Glee bestätigt, dass Herbst 2026 bereits ein aktives Range- und Order-Fenster für die Saison 2027 ist.
Und die Supply Chain wird datenabhängiger: Durch ICS2 und „No MRN, No Load“ kann die Qualität der Importdaten direkt darüber entscheiden, ob eine Sendung wie geplant verladen wird.
Für Lieferanten bedeutet das, dass drei Fähigkeiten stärker zusammengehören:
Range Readiness · Data Readiness · Delivery Readiness
Ein gutes Produkt allein reicht nicht mehr aus. Der Lieferant muss früh genug in die Sortimentsplanung eingebunden sein, die erforderlichen Daten sauber bereitstellen und anschließend zuverlässig bis zum geplanten Liefertermin liefern können.
Fazit: Europas 2027 Garden-Geschäft wird jetzt entschieden
Für Garden- und DIY-Lieferanten ist September keine Phase, in der man lediglich neue Produkte präsentiert. Es ist bereits ein Teil der 2027 Buying Season.
Große deutsche Einkaufsorganisationen werden stärker. Europäische Garden-Käufer legen ihre nächsten Ranges fest. Gleichzeitig werden genaue Importdaten zu einer konkreten Voraussetzung für einen zuverlässigen Versand.
Deshalb sollte die Diskussion für 2027 jetzt nicht mehr nur lauten:
“Which products are you interested in?”
Sondern:
“Which products belong in your 2027 range, what quantity do you need, when must they arrive — and are product, data and logistics ready to make that happen?”
The right range. The right data. The right delivery window.
Hongmao Garden unterstützt europäische Garden- und DIY-Kunden deshalb nicht nur bei Produktentwicklung und Fertigung, sondern zunehmend auch bei Range Planning, Verpackungs- und Containeroptimierung sowie der Vorbereitung produkt- und versandrelevanter Daten.
